Eines schönen Tages erhielt Frau Müller Post. Sie öffnete den Brief und sah das Schreiben mit folgendem Inhalt:
Sehr geehrte Frau Müller!
Wie uns das Grundbuchamt mitteilt, haben Sie sich in der Brautstraße 13 ein Eigentums-Apartment im Wert von DM 53.000,- DM gekauft. Würden Sie uns bitte bis zum nächsten Ersten erhellen, woher Sie das Geld für diesen Ankauf hatten?
Mit freundlichem Gruß
Huber, Steuerinspektor
Frau Müller war etwas erstaunt, gab aber dennoch bereitwillig die Auskunft, indem sie antwortete:
Sehr geehrtes Finanzamt!
Ganz einfach. Seit sieben Jahren habe ich eine Bausparvertrag bei der Bausparkasse Mörtelmix und bezahlte dort Monat für Monat DM 150,-. Die erforderlichen 40 Prozent Eigengeld waren vor einem halben Jahr angespart, und so kaufte ich mir also das Eigentums-Apartment, das eigentlich noch gar nicht mein Eigentum ist. Ich muß nämlich, bevor mir das Apartment gehört, noch 25 Jahre monatlich 240 Mark abstottern.
In der Hoffnung, daß Ihre Neugier nun den amtlichen Sättigungsgrad erreicht hat, bin ich hochachtungsvoll
Ihre Miriam Müller
Frau Müller traute Ihren Augen nicht als sie kurze Zeit später erneut Post vom Finanzamt erhielt:
Sehr geehrte Frau Müller,
Ihre Angabe bezugs Ihres Bausparvertrages wurde von uns überprüft und als richtig abgehakt. Würden Sie uns jedoch bis zum nächsten Ersten folgenden Punkt klären: Wieso konnten Sie sieben Jahre lang jeden Monat DM 150,- sparen?
Freundlich grüßend
Huber, Steuerinspektor
Frau Müller war doch sehr erstaunt über diesen Brief. Sie antwortete leicht genervt:
Wertes Amt!
Ganz einfach. Die 150 Mark monatlich für die Bausparkasse brachte ich durch eiserne Enthaltsamkeit auf. Ich rauchte nicht, ich trank nicht; ich blieb im Urlaub zu Hause, wohnte in einer baufälligen Dachkammer und fuhr nur mit dem Mofa, wenn meine Schuhe beim Schuster waren.
In der Überzeugung, Sie mit der Auskunft bedient zu haben,
'achtungsvoll
Müller
Für Frau Müller war die Angelegenheit erledigt. Bis eine Woche später der nächste Brief ins Haus flatterte:
Liebe Frau Müller!
Wir bedanken uns für Ihre Auskunft bezugs der Einsparung von DM 150,- pro Monat, haben aber nun ein neuerliches Fragezeichen zu vermerken: Woher hatten Sie das Geld für das Mofa?
Mit Gruß
Huber, Steuerinspektor
Von der Neugier des Finanzbeamten geschockt antwortete Frau Müller:
Wertes Amt für Christenverfolgung!
Ganz einfach. Das Geld für das Zweithand-Mofa konnte ich mir dadurch zurücklegen, daß ich nur zweimal im Jahr zum Friseur ging. Und das, obwohl ich eine gesunde, normal empfindende Frau mit einer Menge Haupthaar bin!
Fragen Sie mal bei Ihrer Frau nach, wie oft sie zum Friseur geht. Sind Sie nun endlich zufrieden?
'tungsvoll
M.M.
Nur wenige Tage später merkte Frau Müller, daß Sie diese Frage nich hätte stellen dürfen. Denn schon kam der nächste Brief des wissbegierigen Steuerinspektors:
Liebe M.M.!
Meine Frau gestand mir, daß sie vierundzwanzigmal im Jahr zum Friseur geht und was das immer kostet. Damit ist Ihre Erklärung, wie Sie zu dem Geld für das Zweithand-Mofa kamen, abgehakt und erledigt. Aber: Woher hatten Sie das Geld für den zweimal jährlichen Friseur?
Hochinteressiert
Huber
Nun war es soweit. Frau Müller platzte der Kragen. Sie schrieb:
Wertes Wahnsinnsamt!
Ganz einfach. Das Geld für den zweimal jährlichen Friseur hinterlegte ich mir dadurch, daß ich nur viermal im Jahr warm aß: nämlich an Weihnachten, Ostern, Pfingsten und zum Erntedankfest. Erschöpfender kann ich Ihnen beim besten Willen keine Auskunft geben. Und nun hoffe ich, im Interesse meines natürlichen Todes, daß Sie meinen Fall endlich in Ihrem Datenspeicher modern lassen. ich habe Ihnen auf Ihre blöden Anfragen nun vier Briefe geschrieben.
Ich wiederhole: VIER BRIEFE!
Voll!
M.
Der Steuerinspektor war immernoch nicht zufrieden und fragte:
Liebe Frau M!
Und woher hatten Sie das Geld für das Porto?
Ich glaube hier steigen wir am besten aus dieser Geschichte aus. Wer weiß, was sonst noch passiert.